In einem großen Schuldbekenntnis hat der Hildesheimer Bischof am Aschermittwoch Sünden der Bistumsgeschichte bekannt

Im 1200-jährigen Jubiläumsjahr des Hildesheimer Bistums hat Bischof Norbert Trelle viele der Verfehlungen in der langen Geschichte benannt und die Menschen, „denen durch die Kirche Leid widerfahren ist“, um Vergebung gebeten. „Wir haben nicht erkannt, dass unser Platz bei den Opfern von Gewalt und Missbrauch ist“, sagte Trelle im abendlichen Aschermittwochsgottesdienst im Hildesheimer Dom.

Als erster Hildesheimer Bischof bekannte sich Trelle öffentlich zu den Verfehlungen in der Bistumsgeschichte. Zwölfhundert Jahre seien ein Grund zum Feiern, sagte der Bischof im Gottesdienst, aber auch ein Grund, „uns die Sünden unserer Geschichte bewusst zu machen.“ Der Aschermittwoch war der Anlass für ein umfassendes Schuldbekenntnis, das Trelle und weitere Vertreter des Bistums in mehreren Abschnitten vortrugen.

Während der Kreuzzüge wurde „der Einsatz von Gewalt in jener Zeit im Namen Gottes gerechtfertigt“, sagte Elisabeth Eicke, Vorsitzende des Diözesanrates der Katholiken im Bistum Hildesheim. Thomas Harling, Leiter des Projektbüros Bistumsjubiläum, gedachte der Verfolgten aufgrund von Glaubenskriegen und Hexenprozessen. Weihbischof Dr. Nikolaus Schwerdtfeger beklagte „das Versagen der Kirche in der Zeit des Nationalsozialismus“ und Weihbischof Heinz-Günter Bongartz bekannte mit Scham: „Zu lange wurden die Augen verschlossen vor dem sexuellen Missbrauch Schutzbefohlener und der Gewalt in der Erziehung.“

Bischof Trelle gestand ein, dass immer wieder die Zeichen der Zeit nicht erkannt worden seien. Das jetzige Bekenntnis solle helfen, dass „wir in Verantwortung und Wachheit den Glauben weitergeben können und so gestärkt und aufrecht in die Zukunft gehen können.“

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