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Im Neuen Rathaus von Breslau empfing Prof. Dr. Jacek Ossowski, Präsident des Stadtparlaments, den ehemaligen Landrat Reiner Wegner (links) und Hildesheims Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer

„Von Breslau viel gelernt“

Dr. Ingo Meyer und Reiner Wegner folgen Einladung des Breslauer Stadtrats in die aktuelle Kulturhauptstadt Europas

Breslau/Hildesheim. „Wir helfen gern Städten, die sich als Kulturhauptstadt Europas bewerben wollen“, sagte Jacek Ossowski, als er im neuen Breslauer Rathaus die Delegation aus Hildesheim begrüßte. Als Präsident des Stadtparlaments von Breslau freue er sich gleich doppelt über den Besuch der 16-köpfigen Reisegruppe mit Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer an der Spitze.

Ossowski, selber Rotarier, hieß die Hildesheimer aus Anlass der 25-jährigen Partnerschaft zwischen den Rotary Clubs Breslau und Hildesheim-Rosenstock willkommen. Dass sich die Gruppe aber in Breslau zugleich über die Bedingungen informieren wollte, wie es die schlesische Metropole geschafft hat, im Jahr 2016 Kulturhauptstadt zu sein, freue ihn besonders.

Oberbürgermeister Dr. Meyer hob die Lebendigkeit hervor, der er in Breslau begegnet sei. „Ich war angetan von dem spürbaren Stolz der Einheimischen, in der aktuellen Kulturhauptstadt Europas zu leben.“ Er habe „wichtige und interessante Eindrücke und Informationen gewonnen, die uns bei der Entscheidungsfindung für eine Bewerbung als Kulturhauptstadt Europas helfen werden“, so Meyer. Von Breslau habe er „viel gelernt“.

Dass nicht nur die Pflege der rotarischen Freundschaft zwischen beiden Clubs im Mittelpunkt der Reise vom vergangenen Wochenende nach Breslau stand, unterstrich auch die Anwesenheit des ehemaligen Hildesheimer Landrats Reiner Wegner. Hildesheim sei mit „Breslau natürlich nicht direkt zu vergleichen“, meinte Wegner. Aus Breslau nehme er aber die Gewissheit mit, dass es für eine Bewerbung als Europäische Kulturhauptstadt wichtig sei, herauszuarbeiten, was „Hildesheim Besonderes für Bildung, Kunst und Kultur zu bieten hat und was davon für andere Menschen beispielhaft ist.“

Wegner erklärte, noch als amtierender Landrat habe er es richtig gefunden, wenn Hildesheimer Vertreter eine „Informationsreise zur aktuellen Kulturhauptstadt Europas nach Breslau unternehmen“. Dem schloss sich Hartwig Kemmerer an. Der ehemalige Chef der Volkshochschule war als neuer Vorsitzender der „Arbeitsgruppe 2025“ mitgefahren. Dieses Gremium hatten die Verwaltungen von Stadt und Kreis Hildesheim eingesetzt, nachdem Ende 2015 Prof. Dr. Ulrich Fuchs im Roemer- und Pelizaeus-Museum in einer öffentlichen Tagung Mut gemacht hatte, Hildesheim könne sich eine Bewerbung für das Jahr 2025 zutrauen.
Fuchs, Mitglied der zehnköpfigen Europäischen Auswahlkommission für die Kulturhauptstädte, hatte in einer von der Heinrich-Dammann-Stiftung ausgerichteten Tagung vor zahlreichen Vertretern aus Stadt und Region Hildesheim über wesentliche Aspekte solcher Bewerbungen gesprochen. Dabei hatte unter anderem der Industrieverein Alfeld-Region e.V. ein einhelliges Statement vorgetragen, Hildesheim möge sich auf den Weg machen, 2025 Kulturhauptstadt Europas zu werden.
„Besonders die europäische Note Breslaus hat uns imponiert“, sagte Matthias Jung vom Vorstand des „Freundeskreises 2025 der Kulturregion Hildesheim“. Jung zeigte sich überzeugt davon, dass es auch Hildesheim gelingen kann, die „tiefe Verwurzelung Hildesheims in der Geschichte und Zukunft Europas aufzuzeigen“.

gez.: Dr. Hartmut Reichardt

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