Es muss differenziert werden

CDU-Vize: Organisierte Bettlerbanden müssen mit aller Härte verfolgt werden, aber Bettler nicht unter Generalverdacht stellen

Der Kreisvorstand des Handelsverbandes fordert ein konsequentes Durchgreifen unter anderem gegen Taschendiebe, aggressive Suchtkranke und Bettler. Ist man sich in Bezug auf Taschendiebe und aggressive Trinker einig, so sieht die CDU das Thema Bettler ambivalent: „Grundsätzlich ist der Vorstoß zu unterstützen. Aber nur, wenn er sich gegen die Hintermänner organisierter Bettlerbanden oder gegen aggressiv auftretende Bettler handelt“, so Mirco Weiß, stellv. CDU Stadtverbandsvorsitzender. Weiß, der zudem Bezirksvorsitzender der CDU-Wirtschaftsvereinigung MIT ist, hat Verständnis für die Händler, rät aber zu einem differenzierten Blick. Ein wie auch immer geartetes hartes Durchgreifen der Verwaltung dürfe auf keinen Fall die Falschen treffen, mahnt Weiß.

Das Bettelverbot sei in Deutschland 1974 aus gutem Grund aufgehoben worden. „Wir müssen die Armut in der Mitte unserer Gesellschaft sehen, um sie zu bekämpfen“, so der CDU-Vize. Auch Weiß ist von den südosteuropäischen Bettlerbanden genervt, doch die Bettler seien meist selbst Opfer von Schleppern. „Die Behörden müssen mit aller Härte gegen die Hintermänner dieser Bettlermafia vorgehen, die organisierte Ausbeutung betreiben“ fordert er. Weiß‘ Apell: aggressives Betteln soll in der Innenstadt verboten werden. Wer hingegen passiv am Straßenrand sitzt, darf auch weiterhin für sich selbst um Almosen bitten. Weiß kann sich der Unterstützung durch Parteichef Frank Wodsack sicher sein, wie dieser betont. Man werde dieses Thema auch als Partei im neuen Rat über die Fraktion einbringen.

Das Problem des Appells ist gleichwohl, dass die südosteuropäischen Bettler das Ende einer Kette sind. Das Unheil müsse jedoch am Kopf, also bei den Auftraggebern und Schleusern, gepackt werden. Neben dem Schaden für den Einzelhandel sieht Weiß einen weiteren Grund, weshalb den Hintermännern organisierter Bettelei schnellstens das Handwerk gelegt werden muss. „Diese organisierten Bettler werden zunehmend auch ein Problem für Obdachlose, die an der Straßenecke friedlich die Hand aufhalten“, da sie, so Weiß‘ Beobachtung, oft in einen Topf mit den aggressiven Bettlern geworfen würden. Diese dürfen nicht unter ausbleibenden Almosen leiden.

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